Wieviel Eiweiß braucht der Mensch ?

Gemüse

Enthält rein pflanzliche Nahrung genug Eiweiss ?

Woher bekommst du denn dein Eiweiß ?

Ich weiß gar nicht, wie oft ich diese Frage schon gestellt bekam, seit ich mich vegetarisch bzw. (seit 1,5 Jahren) vegan ernähre. Dabei habe ich mich zu Beginn selber gefragt, ob man sich wirklich rein pflanzlich, gesund ernähren kann, ohne dass dem Körper etwas fehlt. Zu tief sitzen diese „Sprüche“ und Mythen der Ernährungswissenschaften, dass der Mensch 0,8g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht benötigt.


Doch ist das wirklich wahr ?

Untersuchungen bei verschiedenen, nativen Bevölkerungsgruppen zeigten, dass diejenigen gesünder waren und länger lebten, wenn sie sich vegetarisch ernährten. Heute weiß man, daß Fleisch den Darm belastet und verschlackt, ja sogar durch die im Fleisch enthaltene Arachidonsäure Entzündungsprozesse gefördert werden.

Nach dem 2.Weltkrieg gab es in der Regel nur 1-mal die Woche Fleisch, den Sonntagsbraten. Hatten diese Kinder einen Eiweißmangel ? Nein, hatten sie nicht.


Ist Eiweiß aus Fleisch lebenswichtig ?

Ein Neugeborenes verdoppelt sein Gewicht, seine Muskelmasse und alles, wozu Eiweiß gebraucht wird, innerhalb von 6 Monaten. In 100g Muttermilch sind aber nur 2g Eiweiß als Strukturbaustein des Lebens und eine winzige Menge an Fetten und Kohlenhydraten enthalten.

Woher kommen dann die Eiweißbausteine, auch Aminosäuren genannt, die der Körper benötigt ? Können wir sie etwa selbst herstellen, also assimilieren, wie die Pflanzen ? Amerikanische und russische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der Organismus unmittelbar aus der Atmosphäre Stickstoffverbinden aufnehmen kann. Setchenow hat im arteriellen Blut (mit Sauerstoff durch Einatmung angereichert) einen höheren Stickstoffanteil als im venösen Blut gemessen. Daher liegt der Schluss nahe, dass der menschliche Körper den Stickstoff aus der Luft aufgenommen und daraus Aminosäuren gebaut hat. Nach Berechnungen von Wolski kann der Mensch beim Atmen bis zu 18g Stickstoff am Tag aufnehmen. Daraus wiederrum könnten täglich 112g Eiweiß im Körper gebildet werden, das wäre deutlich mehr, als die Ernährungswissenschaft empfiehlt.
Produzieren die Bakterien im Dickdarm auch Aminosäuren ?

In seinem Buch „Theorie einer adäquaten Ernährung und Trophologie“ schreibt Ugelew: “Offenbar ist Dank der Anwesenheit von Stickstoff bindenden Bakterien im Magen-Darm-Trakt eine tatsächliche Bindung von atmosphärischem Stickstoff und seine Aufnahme in den biologischen Zyklus möglich, unter Umgehung des Zwischengliedes der pflanzlichen Lebensmittelkette.“
1970 beschreibt Gorki in seinem Buch „Die Bindung von Stickstoff durch Pflanzen und Tiere“ einige interessante Experimente. Setzt man eine Pflanze unter eine Glasglocke und entfernt daraus den Stickstoff, so stirbt die Pflanze ein. Embryonen höherer Tiere bekamen unter denselben Bedingungen Missbildungen. Auch bei Hühnereiern, von denen man annehmen müsste, dass sie den Embryo von Anfang an mit allem versorgen, was er für eine normale Entwicklung braucht, hatte der Entzug von Stickstoff Missbildungen zur Folge.

Bei Menschen die sich eiweißreich ernähren, ist die ausgeatmete Luft mit Stickstoff angereichert. Bei Menschen, die sich vegetarisch ernähren, ergab ein Versuch im Labor, dass sich der Stickstoffgehalt in der Raumluft reduzierte.

Das ist ein eindeutiger Hinweis darauf, dass der Mensch Stickstoff assimilieren kann und der ausgeatmete Stickstoff aus einem Überschuss an Eiweiß kommt.

Der Eiweißbedarf des Menschen aus Lebensmitteln ist offensichtlicher geringer als die weit verbreitete Meinung von 0,8g Eiweiß pro kg Körpergewicht. Wie kam es eigentlich zu den Normen der Ernährungswissenschaften ? Man hat Mitte des 19. Jahrhunderts untersucht, was gesunde Menschen in Deutschland, durchschnittlich für Lebensmittel zu sich nahmen. Diese Nahrung wurde auf ihre Zusammensetzung hin analysiert und aufgrund dieser Ergebnisse wurde der Bedarf an Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten festgelegt. Wenn diese Menschen sich damals vielleicht (nach unseren heutigen Erkenntnissen) nicht optimal ernährt haben, oder einen ungesunden Lebensstil hatten, so sind diese Ergebnisse heute wohl eher zweifelhaft. Dennoch gelten diese Werte heute immer noch.

Vegetarier oder Veganer leben prächtig und haben keinen Eiweißmangel. Der Eiweißgehalt der pflanzlichen Nahrung reicht völlig aus. Es ist ein Märchen der Politik und Fleischproduzierenden Industrie, dass Fleisch ein Stück Lebenskraft sei. Ganz im Gegenteil, neueste Ergebnisse belegen, dass Fleisch aufgrund seiner Entzündungsfördernden Eigenschaft sogar als Krebserregend eingestuft werden kann.

Das Märchen der Werbung „Fleisch ist ein Stück Lebenskraft“ ist nur schwer aus den Köpfen der Menschen herauszubekommen. Ganz davon abgesehen, was übermässiger Fleischkonsum für Tiere und Umwelt noch für katastrophale Folgen hat. Doch kommen wir nocheinmal zurück zu dem Mensch und zu seiner Verdauung bzw. dem Darm.
Gesunder Darm, gesunder Mensch

daran gibt es Gott sei Dank mitlerweile keinen Zweifel mehr. Unsere Darmflora ist ein wichtiger lebensnotwendiger Faktor unserer Gesundheit. Doch hier liegt oft vieles im Argen. „Gute“ Darmbakterien ernähren sich nicht von Fleischabfällen unserer Kost, sondern von den Pflanzenfasern, die wir nicht aufspalten können. Wir nennen diese Ballaststoffe. Als überwiegender Fleischfresser, würden die Darmbakterien also verhungern.
Offensichtlich sind diese Bakterien auch in der Lage Stickstoff zu binden, damit unser Körper Aminosäuren bilden kann. Also sorgen Sie für einen gesunden Darm und unterstützen ihre „kleinen Helfer“ z.B. auch durch keine leichtfertige Antibiotikaeinnahme schon bei einer kleinen Erkältung.

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